IG Metall Kaiserslautern
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08.08.2020, 19:08 Uhr

Belegschafts- und Presseinformation

Betriebsrat von Adient Rockenhausen und IG Metall informieren

  • 27.07.2020
  • Aktuelles

Personalanpassung in Rockenhausen kann ohne hohe Anzahl an betriebsbedingten Kündigungen gelingen – Einigung zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber zu Interessenausgleich und Sozialplan – Belegschaft wurde heute in mehreren Betriebsversammlungen informiert

Nach monatelangen, harten und schwierigen Verhandlungen haben sich Betriebsrat, IG Metall und Arbeitgeber von Adient in Rockenhausen auf einen Interessenausgleich und Sozialplan verständigt.

Dabei konnten die Personalabbaumaßnahmen nicht gänzlich verhindert werden, die Arbeitnehmervertretung konnte sich jedoch mit ihren Forderungen nach überwiegend sozialverträglichen Lösungen durchsetzen.

Die ursprünglich geplanten 320 abzubauenden Kolleginnen und Kollegen konnten mittels Insourcing-Projekten auf 268 reduziert werden. Zusätzlich ist es gelungen, rentennahen Jahrgängen (190 Mitarbeitern) ein Ausscheiden aus dem Betrieb mit einer Nettoabsicherung von 90% anzubieten. Wenn alle 190 Mitarbeiter das lukrative Angebot annehmen, kann alleine dadurch die Zahl der betriebsbedingten Kündigungen auf maximal 78 reduziert werden. Darüber hinaus kann mit einem freiwilligen Abfindungsprogramm die Anzahl der betriebsbedingten Kündigungen noch weiter reduziert werden.

Alle betroffenen Mitarbeiter erhalten die Möglichkeit, bis zu 12 Monate in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Auch hier wird das bisherige Netto auf 90% aufgestockt.

Von zentraler Bedeutung ist für Betriebsrat und IG Metall, dass sich das Unternehmen verpflichtet, auch in den nächsten Jahren mindestens 20 Ausbildungsplätze pro Jahr anzubieten und diese für mindestens 12 Monate nach Ausbildungsabschluss zu übernehmen.

Dazu Ulrich Böttcher, Betriebsratsvorsitzender des Standortes Rockenhausen: „Leider konnten wir den Arbeitgeber nicht davon überzeugen, vom Personalabbau Abstand zu nehmen. Aber immerhin ist es uns gelungen, trotz der wirtschaftlich schwierigen Lage, die Maßnahmen weitgehend sozialverträglich und mit attraktiven Konditionen auszugestalten. Ältere Mitarbeiter, die gehen wollen, können das Werk sozial abgefedert verlassen, um jüngeren Kolleginnen und Kollegen und dem Standort eine Zukunftsperspektive zu geben.“

Alexander Ulrich, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Kaiserslautern: „Jeder verlorene Arbeitsplatz ist eine negative Nachricht für den Arbeitsmarkt in der Westpfalz. Wir sind aber sehr zufrieden mit welchen Mitteln betriebsbedingte Kündigungen hier deutlich reduziert werden konnten. Die harten Verhandlungen des Betriebsrates haben sich für die Beschäftigten und die Zukunft des Standortes gelohnt. Wir erwarten vom Unternehmen, dass auch mit positiven Investitionsentscheidungen Adient in Rockenhausen zukünftig gestärkt wird und mit den jetzt getroffenen Entscheidungen wieder etwas Ruhe in die Belegschaft einkehren kann.“


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